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Vivian Lorenz

Auslandspraktikum in der Karibik

Hola! Ich heiße Vivian und studiere im 6. Semester "Interkulturelle Wirtschaftspsychologie" an der Hochschule Hamm-Lippstadt. Für mein Auslandssemester durfte ich ein halbes Jahr in der Karibik verbringen und möchte Euch gerne von meinen Erfahrungen berichten. Nach wochenlanger, nervenaufreibender Suche nach einem Praktikumsplatz im spanischsprachigen Ausland und unzähligen unbeantworteten Bewerbungen, erhielt ich die lang ersehnte Zusage der Auslandshandelskammer in der Dominikanischen Republik. Diese Chance wollte ich mir nicht entgehen lassen und sagte direkt zu. Somit konnte ich mich um die weiteren Vorbereitungen, wie das Buchen eines Fluges, die Wohnungssuche und die Beantragung des Auslands-BAföG kümmern.

Paradise Island, Trip in den Norden der Insel

Plaza de Espana, Zona Colonial, gegenüber meiner Arbeit

Während dieser Zeit habe ich in der historischen Altstadt der Hauptstadt Santo Domingo gelebt und gearbeitet. Diese ist vor allem bei Touristen, aufgrund ihrer antiken Monumente aus der Zeit von Kolumbus, sehr beliebt. Gleich zu Beginn meines Aufenthalts wurde ich von den Hurrikans Irma und Maria begrüßt, wodurch die ersten Arbeitswochen- wie man sich sicherlich vorstellen kann- anders als geplant verliefen. Danach blieb es aber naturkatastrophentechnisch ruhig und ich konnte endlich anfangen, mich an den karibischen Alltag zu gewöhnen. Da ich an den Wochenenden frei hatte, fuhr ich entweder an einen der naheliegenden Strände oder reiste, gemeinsam mit meinen WG-Mitbewohnerinnen, durch das Land. Dies ließ sich leicht realisieren, da die Insel recht klein ist und es gute, sowie preisgünstige Busverbindungen gibt. Die Insel verfügt über eine enorme landschaftliche Vielfalt. Von Traumstränden über Regenwälder, bis hin zu Berglandschaften ist alles zu finden.

Grundsätzlich läuft in der Dominikanischen Republik alles etwas langsamer ab, als in Deutschland, alleine schon wegen der tropischen Hitze. Das Wort Stress existiert demnach quasi gar nicht – so habe ich es zumindest empfunden. Durch die extreme soziale Ungleichheit und die herrschende Machismo-Kultur neigt das Land, vor allem im Landinneren, zur Armut. In den sogenannten "Barrios" der Städte bekommt man eine Besitzlosigkeit zu sehen, welche in Europa unvorstellbar scheint. So sah man täglich Kinder, die den Geschäftsleuten vor den riesigen Bürogebäuden die Schuhe putzten oder die sogenannten "vendedores" welche Souvenirs, Früchte, Süßigkeiten oder andere Dienstleistungen versuchten an den Mann zu bringen. Da man als Europäerin sehr stark auffällt, wird man oft angesprochen.. Nach einiger Zeit gewöhnte ich mich aber auch daran und wusste mit diesen Situationen umzugehen. Grundsätzlich habe ich mich im Land immer sicher gefühlt, dennoch sollte man, wie in jeder Großstadt, achtsam sein und auf sein Bauchgefühl vertrauen.

Im Praktikum wurden mir viele interkulturelle Einblicke in das dominikanische Arbeitsleben ermöglicht. Zu meinen alltäglichen Aufgaben gehörten vor allem Übersetzungen, Telefonate und Emailkorrespondenzen. Auch durfte ich an allen Beratungsgesprächen mit deutschen Unternehmern sowie Meetings mit den nationalen Ministerien und an Fachkonferenzen teilnehmen. Der Höhepunkt meiner Arbeit war die Organisation eines Events zu erneuerbaren Energien, welches in Kooperation mit deutschen Unternehmen und im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, stattfand.

Durch mein Auslandspraktikum habe ich viele unvergessliche, positive wie auch weniger positive, Erfahrungen gesammelt und bin froh, diesen Schritt gewagt zu haben. Es gibt mehr kulturelle Unterschiede, als man erwartet und ich sehe die Welt nun tatsächlich mit anderen Augen.

Wer das Abenteuer sucht und eine völlig andere Kultur kennenlernen möchte, ist hier genau richtig.

Adiós!

Ein Bericht von Vivian Lorenz, 6. Semester "Interkulturelle Wirtschaftspsychologie", vom 29.01.2018.

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