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Ein erlebnisreicher Abschied aus China

Sightseeing und Neujahrsfeier im Land der Mitte

China ist nicht nur Chongqing, und mit Beginn der Semesterferien starteten Peter Swietek und ich daher eine Rundreise durch das Land der Mitte. In Shanghai stellte sich direkt während der Taxifahrt vom Flughafen zum Hostel das erste  "Aha-Erlebnis" ein: Die Skyline der Stadt kann ich sonst nur aus Filmen oder von Fotos, und so ist mir spontan die Kinnlade heruntergeklappt. Dass es bereits etwa acht Uhr und somit eigentlich dunkel war, ist uns aufgrund einer totalen Lichtüberreizung gar nicht weiter aufgefallen. Überall befinden sich riesige Leuchtreklametafeln, jedes Hochhaus ist in irgendeiner Form mit funkelnden LED-Lichtern oder mit übergroßen Bildschirmen ausgestattet, die kitschige Werbesendungen zeigen. Sicher nicht jedermanns Geschmack, aber dennoch beeindruckend.

Glitzerwelt und Armut in Shanghai

Besonders imponiert hat mir außerdem Pudong: Wenn man Bilder von Shanghai sieht, sind es oft Panoramen aus diesem sehr internationalen Teil der Stadt mit seinen modernen Hochhausfassaden. Es scheint, als ob diese untereinander in Konkurrenz stehen und sich jeweils in Sachen Größe, Außenbeleuchtung und Prunk zu übertreffen versuchen. Besonders deutlich wurde mir hier aber auch die riesige Kluft zwischen "Arm" und "Reich" in Shanghai. Einerseits ist man von den ganzen Hochhausfassaden und Kolonnen an Luxuslimousinen nahezu eingeschüchtert. Andererseits wird einem schnell klar, dass das alles nur die oberflächlich strahlende Hülle darstellt. Sobald man in irgendeine Seitenstraße abbiegt, sieht man Unmengen an armen Straßenhändlern und bettelnden Obdachlosen umgeben von kahlen, grauen Hochhäusern.

Die bekannte Fassade von Pundong, dem "New Shanghai"

Touristenmagnet Peking

Nach einer knappen Woche ging es dann per Zug weiter nach Peking, der Hauptstadt Chinas. Die Stadt hat uns nicht wie Shanghai durch seine Skyline und Internationalität beeindruckt, sondern vielmehr durch seine weltweit bekannten Sehenswürdigkeiten. Los ging es mit der "Verbotenen Stadt", eine Ansammlung von riesigen Plätzen, hunderten Palästen und unzähligen Pavillons. Besonders die Detailverliebtheit ist faszinierend. Jeder Palast ist mit aufwändigen Schnitzereien, Marmorbalustraden, bunten Ziegel und vielfarbigen Deckenmalereien ausgestattet. Die ganze Anlage strahlt aufgrund der puren Größe Macht aus, was wohl auch das Hauptziel der Erbauer und natürlich der damaligen Kaiser war.

Danach besichtigten wir den in unmittelbarer Nähe liegenden Tiananmen Platz (Platz des himmlischen Friedens). Das Mausoleum, in dem sich Mao Zedongs mumifizierter Leichnam befindet, hatte aber leider schon geschlossen. Interessant ist, dass hier in China kaum jemand über die Geschichte des Platzes Bescheid weiß, weil diese Informationen nicht frei zugänglich sind wie bei uns.

Mauer und kein Ende: Hier war Kondition gefragt

Mein persönliches Highlight war dann, wie soll es anders sein, die chinesische Mauer. Trotz Nebels war der Ausblick ausnahmslos großartig! Ein Ende der Mauer ist nicht zu erblicken. Sie schlängelt sich an den Berghängen entlang, bis sie verdeckt wird oder im Nebel verschwindet. Wir haben uns etwa drei Stunden auf der Mauer aufgehalten, was aufgrund der unzähligen Stufen extrem auf die Kondition schlägt. Man bekommt unweigerlich Respekt vor den wohl eher unfreiwilligen Erbauern dieser Mauer. Zurück zum Eingangsbereich ging es zum Glück mit der extrem langen Sommerrodelbahn.

Auch kulinarisch haben wir in Peking unseren Horizont erweitert. An einigen Straßenständen gab es so gewöhnungsbedürftige Snacks wie Schlangen- oder Katzenfleisch, frittierte Würmer, Maden und Heuschrecken. Nicht zu vergessen: aufgespießte Skorpione, Seesterne, Eidechsen oder Spinnen. Alles sah im Prinzip schlimmer aus als es dann letztendlich geschmeckt hat. Vermissen werde ich dieses reichhaltige Angebot in Deutschland aber eher weniger.

Chinesische Delikatessen sind nicht unbedingt jedermanns Sache

Halbtaub ins Jahr des Wasserdrachen

Passend zum chinesischen Neujahrsfest ging es dann wieder zurück nach Chongqing. Wir hatten das Glück, von einem unserer chinesischen Studenten eingeladen worden zu sein, so dass wir das Fest traditionell mit seiner Familie feiern konnten. Nachdem uns eine große Auswahl an traditionellen chinesischen Speisen aufgetischt wurde (insekten- und würmerfrei), ging es um etwa 23:30 Uhr auf die anliegende Straße. Was sich uns da besonders fürs Gehör aber auch fürs Auge bot, ist schwer in Worte zu fassen. Die ganze Straße, auf beiden Seiten gesäumt von Hochhäusern, ging buchstäblich in Flammen auf. Überall wurden riesige Raketenboxen aufgestellt, deren Fracht dann häufig an den oberen Etagen der Hochhäuser abgeprallt oder explodiert ist. Außerdem konnte man direkt an Straßenständen mehrere Meter lange Böllerteppiche kaufen, deren 2 cm lange Zündschnüre einem etwa eine halbe Sekunde Zeit beschafft haben, die Hand wegzuziehen und sich bestenfalls noch umdrehen zu können. Fehlzündungen und umgekippte Raketenbatterien waren dann auch eher die Regel als die Ausnahme. Um ein Uhr war schließlich das Schlimmste überstanden, und wir wurden halb taub in das neu angebrochene Jahr des Wasserdrachen entlassen. Kurz danach ging es zurück in Richtung Deutschland.

Fazit: Auf ins "Abenteuer Ausland"

Abschließend möchte ich ein kleines Fazit in Bezug auf den Chinaaufenthalt ziehen. Mir hat es sehr viel Freude bereitet, einfach mal in eine andere Kultur mit all ihren verschiedenen Facetten eintauchen zu können. An einige Gepflogenheiten muss man sich natürlich erst gewöhnen, man merkt aber schnell, dass die Chinesen unbeabsichtigte Fehltritte nicht zu ernst nehmen und generell sehr hilfsbereit sind. Die Aufgabe als Deutschlehrer hat mir sehr gut gefallen. Wenn man sich bemüht, einige kreative Ideen  in den Unterricht mit einzubeziehen, kommt auch keine Routine in den Ablauf. Der chinesische Unterricht hat uns in einigen Standardsituationen weitergeholfen. Essen zu bestellen oder im Supermarkt einzukaufen stellte nach einiger Zeit kein Problem mehr dar. Allerdings sollte jedem klar sein, dass man durch vier Monate Unterricht nicht zum "Muttersprachler" wird. Der zusätzliche Besuch Pekings und Shanghais hat zudem noch meine englischen Sprachkenntnisse verbessert. Ich kann nur jedem raten, sich auf das "Abenteuer Auslandssemester" einzulassen. Für mein persönliches Leben war diese Erfahrung eine große Bereicherung.

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