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Im Autozug über die Alpen

Theorie und Praxis bei der Verladung in Hamburg-Altona

Eine 1000 Kilometer lange Fahrt will gut vorbereitet sein. Deshalb haben wir am Mittwochmorgen die letzte Messtechnik installiert und nochmal alles getestet. Dazu gehört eine Software, mit der alle 98 einzelnen LFP-Batteriezellen überwacht werden können, ein Diagnosesystem zum Auslesen des fahrzeuginternen Fehlerspeichers, einer Software zum Auswerten der Daten des Batteriemanagementsystems sowie ein GPS Datenlogger, mit dem wir unsere Fahrstrecken aufzeichnen können. Zum Glück hat alles planmäßig funktioniert.

Nachmittags stand die Verladung auf den Autotransporter an, denn wir mussten ja kurzfristig nach Hamburg, um dort auf den Autozug aufzufahren. Es freut uns besonders, dass wir bei dieser Gelegenheit noch viele Sponsoren treffen konnten, die uns so großzügig unterstützt haben und uns zum Start unserer Reise alles Gute wünschen wollten. Am Donnerstag ging es dann auf in den hohen Norden, der Stromos auf einem Anhänger des KFZ-Meisterbetriebs Heinz Böhmer aus Lippstadt, und wir mit der Bahn. Pünktlich um 12:00 Uhr konnten wir unseren Stromos in Hamburg-Altona unversehrt und mit vollen Akkus entgegennehmen. Vielen Dank an den Fahrer Willi Buschkühle und seine Frau, die für uns die Fahrt durchgeführt haben.

Generalprobe mit Hindernissen

Zum Glück haben wir am selben Nachmittag noch eine Probeverladung mit dem Team der DB AutoZug GmbH vereinbart. Denn trotz aller theoretischen Planung galt es in der in der Praxis dann doch einige Hindernisse zu überwinden – Stichwort Bodenfreiheit. Das Batteriepack unter dem Auto hat beim Auffahren auf die Rampe Probleme bereitet. Gemeinsam stand die Entscheidung dann schnell fest: Der Stromos kommt nicht wie zunächst geplant auf die untere, sondern auf die obere Fahrzeugebene, und zwar auf Position 2, direkt hinter dem letzten Personenwagen. Hierdurch passte dann auch die Länge unseres elektrischen Verbindungskabels.

Und dann gleich die nächste Herausforderung: Beim Test des Ladekabels kam von den erfahrenen Mitarbeitern der Bahn sofort der Hinweis, dass eine geöffnete Tankklappe – dahinter versteckt sich der Ladezugang des Stromos – bei der Fahrt zu Problemen führen kann. Zwischen dem fahrenden Autozug und entgegenkommenden Zügen können Relativgeschwindigkeiten von über 300 km/h auftreten, wodurch die Tankklappe abgerissen werden könnte. Hier war Improvisation gefragt. Wir haben die Tankklappe kurzerhand demontiert und die Öffnung mit einem Gewebeband aus dem Baumarkt gegen Spritzwasser abgedichtet. Flexibel und kreativ – das kannten wir ja schon.

Der Stromos auf dem Autozug in Hamburg

Klebeband als Tankklappenersatz - der Stromos auf dem Autozug

Start geglückt

Am Freitag dann der Ernstfall nach der Generalprobe. Die Mitarbeiter der DB waren super vorbereitet, so dass das Auffahren und elektrische Anschließen um 12:20 Uhr problemlos klappte. Am Zug war bereits ein entsprechendes Ladekabel installiert. Für die Fahrt bekamen wir sogar einen erfahrenen Autozugtechniker zur Seite gestellt. Mit Andy an Bord fühlten wir uns super betreut. Ob der Stromos während der Reise planmäßig lädt, konnten wir vor der Abfahrt allerdings nicht mehr prüfen konnten. Während des Verladens werden die Oberleitungen spannungsfrei geschaltet und geerdet und nach dem Wiedereinschalten ist ein Betreten der Autotransportwaggons strikt verboten. Es bleibt also spannend ob am Ende des Tages alles planmäßig funktioniert hat.

Fotos vom Start der Fahrt

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