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Kühlen mit der Heizpumpe

Belastungstest für die Akkus bei 35 Grad im Schatten

Ausparken von der Terrasse und auf Richtung Narbonne hieß es am Montag. Tagesziel war Aix-en-Provence, aber soweit kamen wir nicht – stattdessen haben wir Halt in der Stadt der berühmten Filmfestspiele gemacht: Cannes an der Côte d’Azur. Statt uns allerdings die touristischen Sehenswürdigkeiten anzuschauen, hatten wir nur Augen für die nächste Lademöglichkeit. Im Parkhaus am Bahnhof sind wir schließlich fündig geworden, aber hier gab es nur normalen 230V-Lichtstrom. Das bedeutete für uns mindestens 5 Stunden aufladen, so dass wir dann doch noch ein wenig Zeit für die schönen Seiten von Cannes hatten. Mit vollen Akkus haben wir uns dann wieder auf den Weg gemacht entlang der Küste, um möglichst weit Richtung Narbonne zu kommen. Mittendrin ein Meilenstein: der 3000. Testkilometer im Stromos war geschafft, unsere Tour im Winter mitgezählt.

 

Hinweisschild im Parkhaus in Cannes

Wo geht's denn hier zur nächsten Steckdose? Hinweisschild im Parkhaus in Cannes

Auf der Suche nach La Prise Rouge

Am nächsten Morgen dann der Schock: Bei 35 Grad Außentemperatur und leichter Steigung leuchtet plötzlich die Temperaturwarnleuchte auf. In der Bedienungsanleitung steht "Kurz anhalten und dann weiterfahren". Gesagt, getan - wir schöpften Hoffnung, denn die Lampe erlosch tatsächlich. Die nächsten Kilometer zogen sich in die Länge: fahren – abkühlen lassen, fahren – abkühlen lassen. Mit dem sprichwörtlichen "letzten Tropfen" im Tank sind wir schließlich in einem Industriegebiet in Brignoles angekommen. Mittlerweile kannten wir auch alle wichtigen französischen Vokabeln rund um das Thema Stromladen, und so konnten wir uns vom freundlichen Mitarbeiter im Gartenteichfachgeschäft den Weg zum Peugeot-Händler in der Nähe erklären lassen. Wir wussten nämlich inzwischen, dass es hier genau den "richtigen Strom" zum Schnelladen gibt, bzw. die richtige Steckdose: La Prise Rouge, 16 A, Courant Triphasė.

Onboard-Charger überhitzt - das Ende der Fahrt?

Wie gewonnen so zerronnen: die Freude über die Schnellladung wurde jäh zerstört vom durchdringenden Piepsen eines Warnsignals im Auto. "Onboard-Charger überhitzt" wollte es uns mitteilen – die fahrzeugseitigen Ladegeräte waren zu heiß geworden. Unsere Diagnose: Die elektrische Wasserpumpe zur Kühlung des Antriebs und der Charger waren ausgefallen. Zurück auf der Straße zeigte sich, dass der Stromos kaum noch fahrbar war. Eine neue Pumpe musste her. Laut Fahrzeughersteller würde die Lieferung des Ersatzteils 2 Tage dauern – so viel Zeit hatten wir nicht. War unsere Fahrt hier zu Ende?

Beim ratlos-enttäuschten Blick in den Motorraum hatten wir dann plötzlich die Eingebung: Das sah doch so aus, als wäre die Pumpe der elektrischen Heizung genau baugleich mit unserer defekten Kühlmittelpumpe. Und heizen mussten wir nun wirklich nicht in nächster Zeit. Ein kurzer Anruf beim Hersteller German E-Cars brachte die Gewissheit: "Ja, das stimmt". Also nichts wie auf in die Werkstatt. Mit einem Elektroauto ist man hier immer noch ein bestaunter Exot, und es bedurfte einiger Überredungskunst, bis der nette Herr die Heizpumpe für uns ausbaute und als Kühlpumpe zweckentfremdete. Alles klappte perfekt, so dass wir um 20:30 Uhr schließlich wie gewohnt flüsterleise in Aix-en-Provence vorfuhren.

Werkstattbesuch in Frankreich

Stromos in der Werkstatt: die Kühlpumpe ist der Übeltäter

Tagesrekord 250 Kilometer

Am Mittwoch sind wir beinahe mit den ersten Sonnenstrahlen aufgebrochen, um die Verzögerung wieder aufzuholen. Und wieder begann die Suche nach der nächsten Lademöglichkeit. Nach unseren guten Erfahrungen am Vortag steuerten wir in Nimes zielstrebig die nächste Peugeot-Werkstatt an. Volltreffer: Wir nutzten die Mittagspause zur Schnellladung am CEE-Anschluss und waren innerhalb kürzester Zeit "en route". So schafften wir auch unseren neuen Tagesrekord: 250 Kilometer sind wir insgesamt am Mittwoch gefahren! Bis zum Autozug-Terminal in Narbonne, wo es am nächsten Tag zurück gehen sollte, lagen nur noch 60 Kilometer vor uns. Vor der Verladung würde dort aber keine Zeit für eine Generalprobe bleiben – uns blieb nur die Hoffnung, dass das Auffahren auf den Zug dort weniger problematisch würde als beim ersten Versuch in Hamburg.

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