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Mal was anderes: Exkursion zu Hark Orchideen

Selbst als angehender Ingenieur sollte jedem eine Orchidee ein Begriff sein. Doch vermutlich werden sich erst einmal viele fragen, inwiefern ein Orchideenbetrieb Gemeinsamkeiten mit einem ingenieurswissenschaftlichem Studium hat oder sogar anschließend eine Beschäftigung bieten kann. Das 6. Semester "Wirtschaftsingenieurwesen" mit Schwerpunkt "Technischer Einkauf" durfte einmal über "den Tellerrand" hinausschauen und sich selbst davon überzeugen, dass Orchideenzucht weitaus komplexer ist als man als Botanik-Banause annehmen mag.

Am 6. Mai 2014 besuchten die Studentinnen und Studenten unter der Betreuung von Prof. Dr.-Ing. Thomas Hofmann die Firma Hark Orchideen im Süden Lippstadts, eines der weltweit führenden Unternehmen im Bereich der Orchideenvermehrung und Pionier auf diesem Gebiet.

Prof. Thomas Hofmann und 25 angehende Wirtschaftsingenieurinnen und -ingenieure

Prof. Thomas Hofmann und 25 angehende Wirtschaftsingenieurinnen und -ingenieure des 6. Semesters Technischer Einkauf im Labor von Hark Orchideen

Zunächst stellte der Verkaufsleiter Karl-Heinz Lapornik einige Daten und Fakten zur Historie des Unternehmens vor und erläuterte die Methode zur Vermehrung von Orchideen. Schnell wurde klar, dass es sich hierbei um einen komplexen Prozess handelt, der viel botanisches Know-how voraussetzt. Um eine bestimmte Orchidee, die im Auftrag eines Kunden geklont werden soll, zu vermehren, dauert es zwischen anderthalb und zwei Jahren!

Anschließend durfte sich das 6. Semester von den Laboren, in denen das Klonen der Pflanzen durchgeführt wird, selbst überzeugen. Besonders beeindruckend war dabei, wie steril darin gearbeitet wurde. Um überhaupt Zugang zu den Laboren zu erhalten, mussten die Studentinnen und Studenten Kopf- und Schuhschutz sowie einen speziellen Kittel anlegen. Sobald eine Pflanze nur den kleinsten Keimbefall erleiden würde, wäre sie unbrauchbar. Daher haben alle Labore eine konstante Temperatur von 27 Grad und überall Entkeimer an den Decken.

Sehr interessant ist auch der logistische Aufwand, der betrieben wird, um eine Verwechslung zwischen den Klonen auszuschließen. Innerhalb der Labore wird an über 6000 Klonen gleichzeitig gearbeitet und jegliche Verwechslung wäre ein Desaster für das Unternehmen und den Kunden. Daher existiert ein umfangreiches EDV-System, das mithilfe von Barcodes jedes Produktionsgefäß innerhalb der Labore erfasst und Verwechslungen ausschließt.

Weiterhin wurde uns eine tolle Eigenentwicklung des Unternehmens vorgestellt: Ein Zuchtbecher, der sich komplett steril schließen und öffnen lässt. Diese Becher werden von Hark Orchideen in Werl mit eigenen Spritzgießmaschinen selbst hergestellt. Die schiere Größe des Laborkomplexes war beeindruckend!

Industrielle Orchideenaufzucht ganz praxisnah

Industrielle Orchideenaufzucht ganz praxisnah

Insgesamt war es eine spannende Erfahrung für die Studentinnen und Studenten, in der der Horizont erweitert wurde und sich wieder einmal zeigte, dass Ingenieurswissen in fast allen Lebensbereichen relevant ist. Momentan arbeitet Hark Orchideen beispielweise in Zusammenarbeit mit Hella an einem neuen Beleuchtungssystem innerhalb der Labore auf Basis von LED-Technik, um signifikant Energie zu sparen.

Vielen Dank an Hark Orchideen, und besonders Herrn Lapornik, für die tolle Führung und dass sie uns ermöglicht haben, in Labore reinschauen zu können!

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