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Von der Theorie in die Praxis bei BHTC

Exkursion als Technischer Einkäufer zu BHTC

Endlich! Nach gefühlt unendlich vielen Vorlesungen, sowie "appetitanregenden", spannenden Unternehmensvorstellungen im Rahmen von Impulsvorträgen an unserer Hochschule, durfte der Studiengang "Wirtschaftsingenieurwesen" mit Schwerpunkt "Technischer Einkauf" am 13.05.2014 das Unternehmen "BHTC" in Lippstadt besichtigen. Die Abkürzung "BHTC" steht für die Behr-Hella Thermocontrol GmbH, welche 1999 als Joint Venture der Firmen BEHR in Stuttgart und Hella in Lippstadt gegründet wurde.

Die Theorie zur Exkursion hatten wir bereits vor einem Monat von Christoph Ruf aus dem Bereich Unternehmensentwicklung gehört, als er uns in der Hochschule besuchte. Er stellte die Firma BHTC, sowie die Produktvielfalt des Unternehmens in einer Präsentation vor. Dabei zeigte er uns auf, welche Vielzahl BHTC an Bedien- und Steuergeräte für die Fahrzeugklimatisierung herstellt.

Des Weiteren ging er auf das Konzept der "Lean Production" ein, welches die Firma BHTC bei sich im Unternehmen vor einigen Jahren eingeführt hat. "Lean Production" bedeutet übersetzt aus dem Englischen "Schlanke Fertigung". So schlank es auch klingt; es ist ein sehr komplexes Konzept, welches seit Jahren weiterentwickelt wird und bis zur perfekten Vollendung noch Jahre dauern kann.

Das Kernprinzip der Lean Production ist, Verschwendungen zu vermeiden. Um dies zu erreichen, konzentriert sich die Lean Production auf den Wertschöpfungsprozess und dessen Verschlankung, indem man die besten Aspekte verschiedener Produktionssysteme miteinander kombiniert.

 

HSHL-Besuch bei BHTC

HSHL-Besuch bei BHTC

Mit der Theorie im Gepäck machten wir uns mit Prof. Dr.-Ing. Thomas Hofmann auf dem Weg zu BHTC. Als wir uns alle im Werk versammelten, folgte die Umrüstung von den Jacken in die Kittel. Da in der Produktionshalle mit Elektronischen Bauteilen gearbeitet wird, mussten wir alle schwarz- gelb gefärbte EPS-Streifen (Erdungsstreifen) am Schuh befestigen, deren Enden in den Socken Hautkontakt haben musste. Nur so kann sich eine mögliche elektrostatische Aufladung über den leitfähigen Shop-Floor-Boden entladen. Als wir nun vorbereitet waren, ging es in zwei Gruppen aufgeteilt zur Werksführung. Die eine Gruppe übernahm Herr Ruf und die andere Herr Frerich.

Durch die EPS- Schleusen betraten wir nun die Produktionshalle. Der Rundgang begann in der sogenannten "Picking Zone", wo überwiegend großvolumige Kunststoffteile gelagert werden. Dort erklärte man uns, dass die Ware durch die Einführung der Lean Production zu 80 % von den Lieferanten in BHTC-Umlaufbehältern angeliefert wird, um unnötiges Umpacken zu sparen. Die Behälter werden dann in der "Picking Zone" in Regale eingeordnet. Da das Unternehmen in einem 3- Schichtmodell produziert, werden für jede Schicht nur die benötigten Bauteile in die Regale aufgefüllt, um so zu hohe Bestände zu vermeiden.

Die nächste Station war die Wareneingangsprüfung. Dort werden in sogenannten "Skipload" Stichproben entnommen, um die Leiterkarten zu überprüfen. Nach der Qualitätsprüfung ging es anschließend zur Vormontage an die SMD-Linie, wo die ersten Leiterkarten in einer Maschine bestückt werden. Nach der Bestückung der Leiterkarten, ging es weiter zu der A.O.I. Maschine. A.O.I steht für die Automatisierte Sichtkontrolle, in der die Maschine nach Fehlern auf der Leiterkarte sucht und ggf. fehlerhafte Bauteile aussortiert. Auch hier sieht man das Konzept der Lean-Production sehr deutlich, denn die fehlerhaft aussortierten Leiterkarten werden sofort durch einen Mitarbeiter nachgearbeitet.

Die fertigen Leiterkarten werden dann durch einen Mitarbeiter, der jede halbe Stunde mit einem Flurförderfahrzeug die Endmontage bedient, transportiert. Dabei fährt der Mitarbeiter eine bestimmte Route, bei der er die vorgegeben Zeiten einhalten muss, um so einen flüssigen Ablauf zu gewährleisten. In der Endmontage montieren die Mitarbeiterinnen die Leiterkarten in die Bediengeräte. Nach der Endmontage lagern die fertigen Bedien- und Steuergeräte maximal zwei Tage bis Sie zum Kunden geliefert werden.

Nach der einstündigen Werksführung ging es wieder in den Präsentationsraum. Zum Abschluss informierte Andreas Kaiser vom Bereich Einkauf, über seine Tätigkeit bei BHTC. Dabei erhielten wir Studierende wichtige Einblicke in den Projekt- und Serieneinkauf, sowie Investitionseinkauf und Lieferantenentwicklung. 

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