Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung im Gesundheitswesen besteht insbesondere für kleine und mittelgroße Arztpraxen ein Bedarf an Lösungen, die Laborgeräte unterschiedlicher Hersteller automatisiert, sicher und standardisiert mit medizinischen Informationssystemen verbinden. Ziel des Projekts MedConAI ist die Entwicklung einer wartungsarmen und kostengünstigen digitalen Lösung, die manuelle Datenübertragungen eliminiert und Laborergebnisse direkt, fehlerfrei und standardkonform in die elektronische Patientenakte (ePA) integriert.
Hierfür wird eine modulare Hardwareplattform entwickelt, die eine physische und logische Anbindung verschiedenster Laborgeräte ermöglicht. Die Plattform unterstützt etablierte medizinische Kommunikationsprotokolle wie HL7, ASTM und POCT1-A und gewährleistet eine sichere sowie DSGVO-konforme Datenübertragung.
Ergänzend entsteht eine intelligente Middleware zur automatisierten Interpretation, Klassifizierung und Standardisierung von Labordaten. Die Software erkennt selbstständig unterschiedliche sowie neuartige Gerätetypen und Datenformate, ordnet die Informationen semantisch korrekt zu und transformiert sie in internationale Standards wie FHIR, LOINC und UCUM. Durch den Einsatz von Methoden des maschinellen Lernens und Explainable Artificial Intelligence (XAI) wird eine adaptive, transparente und wartungsarme Integration in bestehende medizinische IT-Systeme ermöglicht.
Das Projekt trägt dazu bei, die Interoperabilität im Gesundheitswesen zu verbessern, administrative Aufwände zu reduzieren und die Qualität sowie Verfügbarkeit medizinischer Daten nachhaltig zu erhöhen.