Was sind die Ziele eines Bedrohungsmanagements?
Hinter der Philosophie des Bedrohungsmanagement verbirgt sich die Erkenntnis, dass vielen Gewalttaten kritische Verhaltensweisen und negative Veränderungen auf Seiten der bedrohlichen Person vorausgehen. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass viele Gewalttaten durch die Einschätzungen solcher Warnsignale sowie durch die rechtzeitige Intervention verhindert werden können. Mit Hilfe des Bedrohungsmanagements soll durch die frühzeitige Identifizierung und Beobachtung dieser Dynamiken ein sicherer und gewaltfreier Raum für das Studieren und Arbeiten an der Hochschule etabliert und erhalten werden. Alle Personen, die sich an der Hochschule aufhalten, sollen sich sicher wie möglich fühlen und sich ohne Angst vor Gewalt, Bedrohung oder Stalking bewegen können.
Folgende Abgrenzung ist wichtig:
Es handelt sich nicht um ein Krisenmanagement, welches in Form eines Krisenstabs in akuten Krisen/Notfällen (z.B. Unfälle, Naturkatastrophen, Amoklauf) sehr kurzfristig Entscheidungs- und Kommunikationswege bahnt. Im günstigsten Fall wendet das Bedrohungsmanagement schwere Gewaltereignisse ab, so dass das Krisenmanagement nicht zum Einsatz kommen muss.
In Akutsituationen wie beispielsweise akute Suizidalität, gewaltsamer Übergriff und ähnliches sind direkt die entsprechenden Institutionen wie Polizei bzw. Rettungsdienst zu verständigen.
Was ist bedrohliches Verhalten?
- Jede Form von körperlicher Gewalt
- Gewaltandrohungen (egal ob mündlich oder schriftlich)
- Mitbringen oder Zeigen von Waffen
- Extremer Ausdruck von Gewaltphantasien / Sympathisieren mit Gewalttätern bzw. -taten
- (Sexuelle) Belästigung oder Übergriffe
- Stalking
- Suizidandrohungen oder -versuche
Wer gehört zum Team?
Das Team setzt sich aus Vertreter*innen verschiedener Bereiche bzw. Organisationseinheiten der Hochschule zusammen.
Alle Teammitglieder haben an einer viertägigen zertifizierten Fachschulung (Inhalte: Zwei Bedrohungsmanagement Grundlagenseminare und zwei Fachseminare zum Thema psychische Erkrankungen und Stalking) teilgenommen. Es sind zudem regelmäßige Teilnahmen an Fachseminaren sowie Teamsupervisionen geplant.
Wie geht das Team vor?
Nach Eingang einer Meldung erhält die meldende Person eine Empfangsbestätigung. Das Team kommt zeitnah zu einer Fallberatung zusammen und berät über das weitere Vorgehen. Jeder Fall hat eine*n feste*n Ansprechpartner*in bzw. eine feste Ansprechpartnerin bzw. Organisator*in.
Bei Notwendigkeit nimmt das Team Kontakt mit den betroffenen Personen auf.
Auf Basis möglichst umfassender Informationen wird das weitere Vorgehen geplant und abgestimmt – ggf. werden weitere Institutionen der Hochschule oder der externen Partner wie z.B. die Polizei oder sozial-psychiatrischer Dienst hinzugezogen.
Die Vorgehensweise ist dabei umsichtig, diskret und datenschutzkonform.
Grundsätzlich hat das Team sich zur Verschwiegenheit verpflichtet.