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fasciotens Pediatric

Ziel des Forschungsprojektes fasciotens Pediatric ist die Entwicklung einer innovativen medizinischen Vorrichtung sowie eines neuartigen dynamischen Verfahrens zur Bauchdeckendehnung und Patientenlagerung von Neugeborenen mit offenen Abdomen.

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Im Rahmen des Forschungsprojektes fasciotens Pediatric entwickelt die Hochschule Hamm-Lippstadt in Kooperation mit der Fasciotens GmbH und der Everwand & Fell GmbH einen innovativen Lösungsansatz zur Versorgung von Bauchwanddefekten bei Neugeborenen.

Zu diesen Bauchwanddefekten gehören unter anderen die Omphalozele mit jährlich etwa 200-250 betroffenen Patientinnen und Patienten in Deutschland und die Gastroschisis mit jährlich etwa 150-200 Betroffenen in Deutschland. Bei beiden Krankheitsbildern kommt es während der Embryonalentwicklung durch einen Defekt in der Bauchwand zu einem Vorfall der Baucheingeweide in die Gebärmutterhöhle.

Bei der Versorgung von Bauchwanddefekten wird zunächst immer ein primärer Bauchdeckenverschluss angestrebt, das beinhaltet sowohl die Rückverlagerung der vorgefallenen Baucheingeweide in die Bauchhöhle, als auch den vollständigen Verschluss der Bauchdecke mittels Faszien- und Hautnaht.

Ein primärer Bauchdeckenverschluss gelingt allerdings nur in 50 bis 80% aller Fälle, da zwischen den prolabierenden Baucheingeweiden und dem intraabdominellen Volumen oft ein ausgeprägtes Missverhältnis besteht. Für die Behandlung der Patientinnen und Patienten gibt es aktuell kein standardisiertes Verfahren. Ebenso gibt es kein zertifiziertes Produkt, welches eine kontrollierte Traktion der Bauchwand zulässt. Aktuell erfolgt die Versorgung über temporäre Bauchwandabdeckungen (spring-loaded silo) und einer unkontrollierten Traktion der Bauchwand.

Das Ziel des Forschungsprojektes fasciotens Pediatric ist die Entwicklung einer innovativen medizinischen Vorrichtung sowie eines neuartigen dynamischen Verfahrens zur Bauchdeckendehnung und Patientenlagerung von Neugeborenen mit offenen Abdomen. Dadurch sollen insbesondere die Heilungschancen bei betroffenen Neugeborenen erheblich erhöht, sowie eine Kostenersparnis für die behandelnden Krankenhäuser durch eine verkürzte Behandlungsdauer erzielt werden.

Der Fasciotens GmbH obliegt die Entwicklung des neuartigen Verfahrens während die Everwand & Fell GmbH die dazu benötigte medizinische Vorrichtung konstruiert. An der Hochschule Hamm-Lippstadt entwickeln die wissenschaftlichen Mitarbeitenden Franco Teltow und Anne Willers unter der Leitung von Prof. Dr. Jürgen Trzewik, Inhaber der Professur "Medizintechnik" und Studiengangsleiter "Biomedizinische Technologie", neue Messstände zur Exploration und Validierung des Verfahrens.

Das Forschungsprojekt fasciotens Pediatric wird durch das Programm Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert. Der Hochschule Hamm-Lippstadt stehen insgesamt Fördergelder in Höhe von 163.789 € für die Umsetzung des Projektes zur Verfügung.

Unterstützt wird das Forschungsprojekt durch Prof. Dr. med. Udo Rolle, Direktor der Klinik für Kinderchirurgie und Kinderurologie am Universitätsklinikum Frankfurt, der über eine langjährige Erfahrung im Bereich der Versorgung von Bauchwanddefekten bei Neugeborenen verfügt und den Anstoß für dieses Projekt gegeben hat.

Auch in die Lehre der Hochschule Hamm-Lippstadt ist das Projekt eingebunden. Studierende der "Biomedizinischen Technologie" haben die Möglichkeit, Projekt- und Bachelorarbeiten zur Thematik zu verfassen.

Das Forschungsprojekt ist bis zum 31.07.2020 angelegt.

Prototyp

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