Styrolhomo- und -copolymere kommen z.B. bei der Wärmedämmung von Hausfassaden, oder als Bauteile und Komponenten im Elektro- und Elektronikbereich zum Einsatz. Hierfür werden sie mit Flammschutzmitteln ausgerüstet. Die heutzutage genutzten halogenartigen Flammschutzadditive für Styrolpolymere stehen jedoch in der Kritik, da sie z.B. im Brandfall korrosive Gase freisetzen und potentiell nicht oder schwer in der Umwelt abbaubar sind.
Die an der Hochschule Hamm-Lippstadt gemeinsam mit Forschenden der Universität Siegen entwickelte Lösung sind halogenfreie Styrolcopolymere, die flammschützende Komponenten intrinsisch in der Polymerkette enthalten. Sie zeichnen sich durch ein selbstverlöschendes Brandverhalten aus, ohne dass Flammhemmer zugesetzt werden müssen und sind dabei vollständig farb- und geruchslos, was sie vor bisher entwickelten halogenfreien Alternativen auszeichnet.
Gleichermaßen können sie problemlos mit klassischen Methoden verarbeitet werden. Auch die Zugabe von Flammschutzmitteln, um das Brandverhalten ja nach Anwendungsfall zu optimieren, ist möglich. Den Forschenden ist es somit gelungen, ein flammwidriges Styrolpolymer zu entwickeln, welches von den Material- und Umwelteigenschaften für die breite Anwendung attraktiv ist.
Die Copolymere wurden international zum Patent angemeldet. Das Patent wurde in den USA (US11851512 B2 FLAME-RETARDANT COPOLYMERS AND MOLDING COMPOUNDS) und in Europa (EP4077481A1 FLAMMGESCHÜTZTE COPOLYMERE UND FORMMASSEN) bereits erteilt. Im Namen der Hochschulen bietet PROvendis interessierten Unternehmen Lizenzen an der Erfindung und dem Schutzrecht sowie die Möglichkeit einer F&E-Kooperation an.
Die Inhalte sind im Rahmen von zwei laufenden kooperativen Doktorarbeiten von Michael Luksin und Mateusz Andruschko an der HSHL in Zusammenarbeit mit dem AK von Prof. Dr. Ulrich Jonas, Universität Siegen, entstanden.