Am 26. Februar 2026 hat ein unabhängiges Begutachtungsgremium im Rahmen des Professorinnenprogramms 2030 der gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) über die eingereichten Gleichstellungskonzepte für Parität an Hochschulen entschieden. 44 Hochschulen konnten überzeugen – darunter auch die Hochschule Hamm-Lippstadt.
"Das Professorinnenprogramm ist seit 2008 das zentrale Programm von Bund und Ländern zur Förderung von Gleichstellung an Hochschulen. Es ist ermutigend, dass es auf eine anhaltend hohe Resonanz stößt und ein Großteil aller Hochschulen sich daran beteiligt hat. Das zeigt eindeutig: Den Hochschulen ist die Relevanz von Gleichstellungsarbeit bewusst – das ist ein starkes Signal für die Verbesserung der Strukturen für Frauen in der Wissenschaft", sagt die GWK-Vorsitzende Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt. "Den ausgewählten Hochschulen wünsche ich viel Erfolg bei der Umsetzung des Konzepts und bei der Gewinnung von exzellenten Wissenschaftlerinnen."
Gleichstellung in Lehre, Forschung und Verwaltung
Die HSHL ist bereits gut im Bereich Gleichstellung aufgestellt. Über alle Mitarbeitenden hinweg ist die Geschlechterparität erreicht. Für Professuren und Studierende in ingenieurwissenschaftlichen und technischen Studiengängen besteht allerdings ein Nachholbedarf.
Die HSHL ist eine MINT-Hochschule, deswegen setzt das Konzept für Parität der HSHL auf einen ganzheitlichen "Gender meets MINT"-Ansatz, der Gleichstellung verbindlich als strukturelle Querschnittsaufgabe in Lehre, Forschung und Verwaltung versteht. Neben einer fokussierten Karriereförderung von Frauen sowie der Professionalisierung von gleichstellungsfördernden Strukturen sind Studierendenprojekte, Gastvorlesungen und Forschung zum Thema "Gender meets MINT" vorgesehen.
Nachhaltiger Wandel der Strukturen
Das Professorinnenprogramm 2030 wurde im November 2022 von der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz beschlossen. Es knüpft an die drei vorherigen Förderphasen an, die seit 2008 umgesetzt wurden, und entwickelt diese inhaltlich weiter. Das Programm verfolgt das Ziel, den Anteil von Professorinnen schrittweise in Richtung Geschlechterparität zu steigern. Gleichzeitig sollen Wissenschaftlerinnen in frühen Karrierephasen gezielt auf ihrem Weg zur Lebenszeitprofessur unterstützt und langfristig im Wissenschaftssystem gehalten werden. Darüber hinaus soll die Gleichstellung von Frauen und Männern an Hochschulen strukturell weiter gestärkt werden. Auf diese Weise trägt das Programm zu einem nachhaltigen Wandel der Strukturen und der wissenschaftlichen Kultur hin zu mehr Geschlechtergerechtigkeit bei.
Das Professorinnenprogramm 2030 zielt darauf ab, die strukturellen Voraussetzungen insbesondere an kleinen und mittleren Hochschulen sowie über alle Hochschultypen hinweg zu verbessern. Dabei werden unter anderem die dezentrale Organisationsebene der Hochschulen, Verfahren im Berufungsmanagement, Instrumente des Gleichstellungscontrollings sowie die Förderung von Wissenschaftlerinnen in frühen Karrierephasen berücksichtigt. Für die Umsetzung des Programms stellen Bund und Länder über eine erstmals achtjährige Laufzeit insgesamt 320 Millionen Euro bereit.
1.085 Professuren gefördert
Seit dem Start des Professorinnenprogramms hat sich die Mehrheit der öffentlich-rechtlichen Mitgliedshochschulen der Hochschulrektorenkonferenz beteiligt und jeweils eigene Gleichstellungskonzepte zur Begutachtung eingereicht. Über sämtliche Programmphasen hinweg konnten bislang insgesamt 1.085 Professuren im Rahmen des Professorinnenprogramms gefördert werden.