Die Auszeichnungen würdigen Abschlussarbeiten, die in Kooperation mit regionalen Unternehmen entstanden sind und eine besondere Praxisrelevanz aufweisen. Der Verband will mit den Preisen das außergewöhnliche Engagement der Absolventinnen und Absolventen würdigen und zugleich den Kontakt zwischen Wissenschaft und regionaler Wirtschaft stärken. Dr. Volker Verch, Geschäftsführer des Verbands, betonte: "Wir möchten den Technologietransfer in unserer Region ankurbeln. Der regelmäßige Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft ist entscheidend für die Entwicklung unseres Standorts. Die Kooperation von Studierenden mit heimischen Unternehmen ist dabei oft besonders lohnend für beide Seiten. Die Preisträger demonstrieren, dass Praxisnähe und Forschungserfolg Hand in Hand gehen. Die Arbeiten liefern konkrete, umsetzbare Ergebnisse, die regionale Unternehmen bei der Produktentwicklung, Prozessoptimierung und Qualitätsmanagement unterstützen."
Die Preisträger:
Den ersten Förderpreis dotiert mit 2.500 Euro erhielt Timo Vorwerk aus Soest. Er studierte Elektrotechnik an der FH SWF, Campus Soest. Seine Bachelorarbeit mit dem Titel "Kurzschlusserkennung und Phasenstrommessung im Leistungshalbleitermodul: Implementierung eines vertikal integrierten Shunt-Widerstands" verfasste er gemeinsam mit der Infineon AG in Warstein. Inhaltlich beschäftigt sich die Arbeit mit der Optimierung der Strommessung und der Überstromerkennung in Hochleistungsmodulen. Ein praxisnaher Musteraufbau belegt die Umsetzbarkeit, wodurch neue Schutz- und Regelungslösungen in modernen Halbleiter-Modulen entwickelt werden können.
Der zweite Förderpreis dotiert mit 2.000 Euro ging an Lukas Zöllner aus Lennestadt. Er studierte an der FH SWF, Campus Meschede, Wirtschaftsingenieurswesen. In Kooperation mit der Egon Grosshaus GmbH & Co. KG aus Lennestadt entstand seine Bachelorarbeit mit dem Titel "Materialbasierte Werkzeugeinstellung von Biegeoperationen durch die Berechnung der Rückfederung". Die Arbeit bewertet die datenbasierte Optimierung von Umformprozessen, um Werkzeuge vor Produktionsstart korrekt einzustellen. Ein durchgängiger Bewertungsansatz mit linearen und multivariaten Modellen sowie eine praxisnahe Formel liefern einen wirtschaftlichen Mehrwert für das Unternehmen.
Der dritte Förderpreis dotiert mit 1.500 Euro wurde Raphael Krismann aus Witten zugesprochen. Er studierte an der FH Südwestfalen, im Fachbereich Digitale Technologien. Seine Bachelorarbeit mit dem Titel "Von der Use-Case-Identifikation zur Teleoperation: Entwicklung und Demonstration einer Methodik zur Implementierung kognitiver humanoider Roboter in der Intralogistik" entstand im Rahmen eines Kooperationsprojekts der BEUMER Group und NEURA Robotics. Entwickelt wurde u.a. eine fünfstufige Vorgehensweise, wie kognitive humanoide Roboter in der Intralogistik sinnvoll eingesetzt werden können. Die Ergebnisse liefern einen praxistauglichen Leitfaden für Unternehmen und zeigen eine Brücke zwischen Theorie und Anwendung.
Der vierte Förderpreis dotiert mit 1.000 Euro erhielt Alexander Kemper aus Lippstadt. Er fertigte seine Bachelorarbeit an der HSHL im Studiengang "Materialwissenschaften und Bionik" (früher "Materialdesign - Bionik und Photonik") an und kooperierte mit der thyssenkrupp rothe erde Germany GmbH. Die Arbeit mit dem Titel "Datenbankbasierte Kausalanalyse zwischen Prozessparametern und Materialkennwerten zur Auslegung vergüteter Großwälzlager-Ringe mithilfe metallurgischer Untersuchungen" untersucht, wie die Temperaturführung beim Härten Festigkeit und Zähigkeit beeinflusst. Dazu wurde eine flexible Excel-Datenbank entwickelt, die Messwerte und Prozessdaten speichert, sortiert und auswertet mit dem Ziel, die Qualität in der Produktion zu sichern.
Text: Unternehmerverband Westfalen Mitte, 03.06.2026, zur Original-Meldung