2024 könnte sich als wegweisend für den demokratischen Zusammenhalt in Deutschland erweisen: Rechtsextreme und autoritäre Tendenzen sind in der Gesellschaft nach wie vor weit verbreitet und manifestieren sich insbesondere in den prognostizierten Wahlerfolgen der "Alternative für Deutschland" (AfD) bei den nahenden Landtagswahlen. Auch die Ergebnisse der Leipziger Autoritarismus Studien 2022 machen deutlich: Obwohl die manifeste Zustimmung zu rechtsextremen Einstellungen in der Bevölkerung über die Zeit abnimmt, bleibt das autoritär-aggressive Potenzial hoch und findet andere Äußerungsformen. Insbesondere antifeministische und sexistische Positionen werden vermehrt vertreten, aber auch Vorurteile gegen Migrant*innen, Sinti*zze und Romn*ja sowie gegen Jüdinnen und Juden sind nach wie vor verbreitet. Unter Berücksichtigung dieser sowie weiterer aktueller Forschungsergebnisse wird das autoritäre und rechtsextreme Einstellungspotenzial in seinen aktuellen Erscheinungsformen dargestellt anschließend diskutiert.
Dr. Ayline Heller ist PostDoc und Beraterin bei GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften in Mannheim. Darüber hinaus ist sie Mitherausgeberin der Leipziger Autoritarismus-Studien. Sie hat in Frankfurt am Main Psychologie (M.Sc.) und Linguistik (B.A.) studiert. Im Rahmen ihrer Dissertation forschte sie zu transgenerationalen Erinnerungsprozessen in ihrem sozialen Kontext.
Der Vortrag ist Teil der Veranstaltungsreihe "Demokratieförderung", die von der AG Antidiskriminierung der Hochschule Hamm-Lippstadt ins Leben gerufen wurde. Weitere Termine zum Thema sind geplant. Die Veranstaltungen der Reihe sind für alle Hochschulmitglieder sowie die interessierte Öffentlichkeit geöffnet.