Diversity Day 2026: Neurodiversität verstehen und gestalten
Zum ersten Mal veranstalten wir an der HSHL unseren Diversity Day – in diesem Jahr unter dem Schwerpunkt Neurodiversität. Ziel ist es, unterschiedliche neurologische Denk- und Wahrnehmungsweisen sichtbar zu machen, Verständnis zu fördern und einen offenen Dialog zu ermöglichen.
Freut Euch auf zwei spannende Vorträge, die verschiedene Perspektiven auf Neurodiversität beleuchten und Impulse für Studium, Arbeitswelt und Gesellschaft geben. Ergänzt wird das Programm durch ein kleines Rahmenangebot der Zentralen Studienberatung, das Raum für Austausch, Fragen und Vernetzung bietet.
Der Diversity Day richtet sich an alle Interessierten – unabhängig von Vorkenntnissen. Gemeinsam möchten wir dazu beitragen, Vielfalt wertzuschätzen und inklusive Strukturen weiterzudenken.
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10 bis 12 Uhr | Informationscafé Zentrale Studienberatung & Beauftragte für Studierende mit Beeinträchtigung
Wo? L2.1-E01-020
Das Informationscafé der Zentralen Studienberatung und Beauftragten für Studierende mit Beeinträchtigung bietet allen Interessierten Raum für Austausch, kompakte Infos und praktische Hilfen:- Studieren mit Neurodivergenz: Unterstützung im Studienalltag, individuelle Studiengestaltung und Prüfungsorganisation
- Informationen zum Nachteilsausgleich
- Praktische Tipps zu Zeitmanagement & Lernmethoden
- Offene Sprechstunde für individuelle Fragen sowie Hinweise zu weiterführender Beratung
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10 bis 13 Uhr | Online-Vortrag: Neurodivergenz in der Fachpraxis, Forschung und Neurodiversitätsbewegung – eine Macht-kritische Einführung
Speaker: Estin S. Ohm
Ort: Online, WebexSeit über 40 Jahren formulieren neurodivergente Personen federführend umfassende Kritik an pathologisierenden Annahmen, die die Fachpraxis, Forschung und Politik in Bezug auf ihre gelebten Erfahrungen und Rechte dominieren. Kollektiv — und primär in englischsprachigen Räumen — werden dabei gangbare Alternativen in der gelebten Praxis und Fachpraxis sowie in der Forschung erarbeitet und erprobt.
In der Veranstaltung beleuchten wir Neurodivergenz in der Fachpraxis, Forschung und im gelebten Alltag intersektional und Macht‑kritisch. Im ersten Teil wird relevante aktuelle Forschung vorgestellt: insbesondere aus dem Bereich der kritischen Neurodiversitäts‑ und "Autismusstudien" sowie relevante Komponenten der kritischen Diskursanalyse.
Nach einer kurzen Pause haben wir anschließend Gelegenheit, praxisrelevante Werkzeuge kennenzulernen und die Themen im gemeinsamen Austausch zu vertiefen.
In der Veranstaltung betrachten wir
- die Kosten reduzierter oder ausbleibender Ableismus-Kritik: "Welche strukturellen Ungerechtigkeiten gegen verschiedene neurodivergente Populationen, aber auch gegen vulnerable Gruppen in ihrem Umfeld, bleiben ohne solche robust intersektionalen Werkzeuge unsichtbar – und bestehen fort?"
- benennen wir Herausforderungen im aktuellen Handlungsspielraum,
- eröffnen wir einen intersektional Macht-kritischen Raum für Austausch,
- lernen wir Ressourcen und wenig bekannte Handlungsspielräume kennen.
Estin S. Ohm ist eine nicht-binäre, mehrfach neurodivergente Bildungsreferierende, Beratende, Coach*in und Forschende zu der Intersektion von Neurodivergenz, disability justice und Ableismus mit Adultismus, (matrizentristischer) Gender-Diskriminierung und Rassismus.
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15 bis 16:30 Uhr | Vortrag "Neurodiversität und Gender"
Speaker: Dr. Imke Heuer
Ort: Campus Lippstadt, Hörsaal LP7Neurodiversität ist in den letzten Jahren bekannter geworden. Immer häufiger ist auch von Neurodivergenz die Rede. Was verbirgt sich dahinter? Und wie hängt Neurodivergenz mit Autismus, ADHS oder Dyskalkulie zusammen? Gibt es ein neurodivergentes Spektrum? Der Vortrag stellt das Konzept der Neurodivergenz sowie die Geschichte und Entwicklung der Neurodiversitätsbewegung vor. Er zeigt, warum alle Menschen neurodivers – und doch manche Menschen noch einmal "anders anders" sind. Dabei wird besonders auf das Thema Gender eingegangen. Und es wird thematisiert, warum Autismus oder ADHS selten alleine kommt.
Dr. Imke Heuer ist Literatur- und Kulturwissenschaftlerin, hat in English and Related Literature promoviert und arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der AG Partizipative und Kollaborative Forschung (PaKo AG), am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Sie ist Mitglied der Autismus-Forschungs-Kooperation (AFK), Vorstandsmitglied beim European Council of Autistic People (EUCAP), aktiv bei autSocial e.V., Aspies e.V. und im SIAM-Projekt (Soziale Inklusion für autistische Menschen).