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HSHL und Tierpark Hamm untersuchen Potenziale für klimafreundliche Energieversorgung

Der Tierpark Hamm und das Drittmittelprojekt "Werkbank Sektorenkopplung" der HSHL untersuchten gemeinsam, wie der Tierpark seine Energieverbräuche transparenter erfassen und erneuerbare Energien stärker für den eigenen Betrieb nutzen kann. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden am Dienstag, 22. September 2026 im Tierpark Hamm vorgestellt.

Wie kann der Tierpark Hamm seine Energieverbräuche künftig noch transparenter erfassen und erneuerbare Energien stärker für den eigenen Betrieb nutzen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich eine gemeinsame Untersuchung des Tierparks Hamm und der Hochschule Hamm-Lippstadt (HSHL) im Rahmen des Drittmittelprojektes "Werkbank Sektorenkopplung". Die Ergebnisse der Untersuchung wurden am Dienstag, 22. September 2026 im Tierpark Hamm vorgestellt. Im Mittelpunkt standen die Konzeption eines Energiemonitorings sowie die Analyse weiterer Potenziale für die Nutzung von Photovoltaik am Standort des Tierparks.

"Wir haben eine Vorbildfunktion. Viele Arten – einige von ihnen haben wir auch in unserem Tierpark – sind durch die Folgen des Klimawandels bedroht. Deshalb wollen wir unseren Beitrag leisten", sagt Sven Eiber, Geschäftsführer des Tierparks. "Außerdem kann das Projekt für uns große Einspareffekte bringen, die unseren Tieren geldlich wieder zugutekommen." Die Zusammenarbeit zwischen der Hochschule und dem Tierpark wurde bereits Ende Januar 2026 vereinbart.  

Energiemonitoring schafft Transparenz

Für den Aufbau eines Energiemonitorings entwickelte das Team der "Werkbank Sektorenkopplung" auf Grundlage eines fünfstufigen Vorgehensmodells ein Messstellenkonzept. Dieses sieht Stromsensoren und Wärmemengenzähler an insgesamt neun Verbrauchsstellen mit hoher Priorität sowie an weiteren vier Stellen mit geringerer Priorität vor.

Bei einer Umsetzung des Konzeptes könnten rund 90 Prozent der Strom-, Wärme- und Kälteverbräuche des Tierparks kontinuierlich überwacht werden. Ein Energiemonitoring schafft eine transparente Grundlage für die Bewertung der internen Energie- und Kostenflüsse. Die gewonnenen Informationen sollen insbesondere bei zukünftigen Investitionsentscheidungen im Bereich der Energieversorgung eine wichtige Rolle spielen.

Mehr Photovoltaik im Tierpark

Ein weiterer Schwerpunkt der Untersuchung lag auf dem Potenzial für zusätzliche Photovoltaikanlagen. Neben den bereits bestehenden Anlagen auf dem Mandrill-Haus und dem Werkstattgebäude untersuchte das Projektteam vier weitere Gebäude. Dabei zeigte sich, dass auf dem Madagaskar-Haus, dem Antilopen-Haus, der Verwaltung und einem weiteren Werkstattgebäude bis zu vier zusätzliche PV-Anlagen wirtschaftlich betrieben werden können.

Auch der Besucher*innen-Parkplatz wurde als Standort für eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung mit bis zu 250 kWp betrachtet. Diese Variante verspricht zwar den höchsten Solarstromertrag, wäre für einen wirtschaftlichen Betrieb jedoch nicht allein für den Eigenverbrauch durch den Tierpark geeignet.

Auf gute Zusammenarbeit

Bei dem Termin im Tierpark waren Geschäftsführer Sven Eiber und seine Mitarbeiterin Leah Herkt als Gastgebende zugegen. Darüber hinaus nahmen Hamms Oberbürgermeister Marc Herter, Marius Angstmann, Mitarbeiter der IMPULS Hamm, Prof. Dr.-Ing. Kira Kastell, Präsidentin der HSHL, Wido Dreischmeier und Alirio Jimenez Franco vom Projektteam der "Werkbank Sektorenkopplung", Prof. Dr. Jens Thorn, geschäftsführender Direktor des Instituts für Sektorenkopplung in der Energiewende (IfSK) der HSHL und Rüdiger Brechler, Projektkoordinator der "Werkbank Sektorenkopplung", teil.

"Mit Hilfe der von uns über wenige Wochen erhobenen Messdaten haben unser Team und der Tierpark bereits erste wichtige Erkenntnisse über die Energieflüsse und insbesondere das Heizverhalten in den unterschiedlichen Bereichen und Gebäuden des Tierparks gewinnen können", sagt Rüdiger Brechler. "Für wirklich aussagekräftige Ergebnisse muss jedoch ein deutlich längerer Zeitraum betrachtet werden." Daher beabsichtige man eine Folgevereinbarung abzuschließen, um belastbare Daten über eine Dauer von bis zu einem Jahr zu erhalten. Aus diesen Daten könnten dann wirtschaftlich sinnvolle Maßnahmen abgeleitet werden.

"Die Zusammenarbeit zwischen der HSHL und dem Tierpark hat sehr gut funktioniert und wichtige Erkenntnisse geliefert. Gerade wenn es um Themen wie klimafreundliche Energieversorgung geht, dann ist es wichtig, dass wir Entscheidungen nicht aus dem Bauch heraus treffen, sondern ein belastbares Zahlenmaterial als Grundlage haben – das gelingt nur durch gemeinsame Projekte von Stadtgesellschaft und der Hochschule Hamm-Lippstadt", unterstreicht Oberbürgermeister Marc Herter.

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