Unter dem Titel "Demokratie der Zeitenwende. Rette sich wer kann?" befasste sich Dr. Philipp Staab, Professor an der Humboldt-Universität zu Berlin, in seinem Vortrag am Campus Hamm der HSHL am Donnerstag, 5. November 2026, mit der Frage, wie trotz einer Politik der Stabilisierung, die Modernisierung und Transformation in Europa ausbremst und somit Klima, Sicherheit und Wohlfahrt gefährdet, ein Neuanfang gelingen kann. Insgesamt wohnten der Veranstaltung, die im Hörsaal HAM2 stattgefunden hat, rund 20 interessierte Personen bei, die sich am Ende des Vortrags auch rege an der Diskussion beteiligten.
Neben seiner Professur für Soziologie von Arbeit, Wirtschaft und technologischem Wandel ist Staab zudem Co-Direktor am Einstein Center Digital Future. Sein Forschungsprofil verbindet die Analyse von Arbeit und sozialer Ungleichheit mit Techniksoziologie und politischer Ökonomie. Dabei richtet er den Blick auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen: auf den digitalen Kapitalismus, die Auseinandersetzung um ökologische Fragen und den Wandel spätmoderner Gesellschaften unter dem Einfluss von Kriegen. Auch die politischen Krisen, die daraus hervorgehen, stehen im Zentrum seiner Arbeit. Zu seinen jüngsten Buchveröffentlichungen zählen "Digitaler Kapitalismus. Markt und Herrschaft in der Ökonomie der Unknappheit" (2019), "Anpassung. Leitmotiv der nächsten Gesellschaft" (2022) und "Systemkrise. Legitimationsprobleme im grünen Kapitalismus" (2025).
Der Vortrag war Teil der Veranstaltungsreihe "Uncertain Futures — Perspektiven für demokratische Resilienz und nachhaltige Transformation", in deren Rahmen Expert*innen aus Wissenschaft und Praxis zu Themen wie Nachhaltigkeit, Demokratie und gesellschaftlichem Wandel eingeladen werden. Er wird in Kürze zum Nachschauen auf dem YouTube-Kanal der HSHL zu finden sein. Dort sind auch weitere Vorträge der "Uncertain Futures"-Reihe abrufbar.