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Agilität in der Sozialwirtschaft: Erste Promotion an der HSHL über das PK NRW erfolgreich verteidigt

Lisa Kieselmann untersuchte in ihrer Dissertation Gründe für die Einführung agiler Methoden in der Sozialwirtschaft. Die Arbeit ist eine der ersten empirischen Analysen zu Agilitätspraktiken in der Sozialwirtschaft und die erste Promotion an der Hochschule Hamm-Lippstadt (HSHL) über das Promotionskolleg NRW (PK NRW). Sie wurde am Montag, 12. Oktober 2026 erfolgreich am Campus Lippstadt der HSHL verteidigt.

Lisa Kieselmann untersuchte in ihrer Dissertation Gründe für die Einführung agiler Methoden in der Sozialwirtschaft. Die Arbeit ist eine der ersten empirischen Analysen zu Agilitätspraktiken in der Sozialwirtschaft und die erste Promotion an der Hochschule Hamm-Lippstadt (HSHL) über das Promotionskolleg NRW (PK NRW). Sie wurde am Montag, 12. Oktober 2026 erfolgreich am Campus Lippstadt der HSHL verteidigt.  

Im Mittelpunkt der Arbeit stand die Frage, wie sich der zunehmende Einsatz agiler Methoden in der Sozialwirtschaft erklären lässt. Während agile Methoden eigentlich aus der Softwareentwicklung stammen, finden sie zunehmend auch Anwendung in Organisationen, die Menschen pflegen, betreuen und begleiten. Gemeint sind Arbeitsweisen, bei denen Teams in kurzen Schritten vorgehen, Zwischenergebnisse regelmäßig überprüfen und flexibel nachsteuern, statt alles von Anfang an im Detail zu planen.

Gründe für zunehmenden Einsatz kaum wissenschaftlich überprüft

Wie sich der zunehmende Einsatz agiler Methoden in der Sozialwirtschaft erklären lässt, ist wissenschaftlich kaum untersucht worden. "Agilität wird überwiegend als Beratungskonzept behandelt, empirische Forschung zu Agilitätspraktiken in der Sozialwirtschaft ist selten. Hier setzt die Dissertation von Lisa Kieselmann an", erklärt Prof. Dr. habil. Irma Rybnikova, Betreuerin der Arbeit aus dem Lehrgebiet "Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Personal und Organisation" an der HSHL.

Als theoretische Grundlage nutzte Lisa Kieselmann den Neoinstitutionalismus, eine der einflussreichsten Theorietraditionen der gegenwärtigen Organisationsforschung. Die Analyse basiert auf einer qualitativen empirischen Untersuchung, sie umfasst Interviews mit Expert*innen sowie vier Fallstudien in Organisationen der Sozialwirtschaft. Die Ergebnisse zeigen, dass die untersuchten Unternehmen Agilität aus unterschiedlichen Gründen praktizieren und sie auf ganz verschiedene Weise umsetzen. Alle vier Fallbetriebe verbindet jedoch, dass sie Agilität als hochgradig anschlussfähig an die soziale Mission der Branche sehen.

Erste Doktorandin an der HSHL über das PK NRW

Lisa Kieselmann promovierte als erste Doktorandin an der HSHL über das Promotionskolleg NRW. Ein besonderer Moment, wie Prof. Dr. habil. Irma Rybnikova weiß: "Mit ihrer Promotionsarbeit demonstriert Lisa Kieselmann, dass die ursprüngliche Idee des Promotionskollegs NRW ihre Früchte trägt: Die Promotion am PK NRW ermöglicht auch an Hochschulen für angewandte Wissenschaften eine wissenschaftliche Weiterqualifizierung über den Masterabschluss hinaus. Davon profitieren die Promovierenden, die damit ihre Karriere unterstützen, die Hochschulen, die sich dadurch als Forschungsinstitutionen etablieren, die Forschung und die Wirtschaftspraxis. Das Format ist zwar anspruchsvoll – für alle Beteiligten – aber gewinnbringend."

Betreut wurde die Promotion neben Prof. Dr. habil. Irma Rybnikova (HSHL) von Prof. Dr. Werner Schönig (Katholische Hochschule NRW) als Zweitbetreuer und Prof. Dr. Lilia Pasch (Technische Hochschule Köln) als Drittbetreuerin. Die Dissertation wird über den Hochschulschriftenserver "HSHL Open Publications" als open access Version publiziert. Die HSHL gratuliert Lisa Kieselmann zu diesem akademischen Erfolg und dem Abschluss ihrer Promotion.

Das PK NRW ist eine wissenschaftliche Einrichtung von 19 Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) in NRW, das die Voraussetzungen für Promotionen an HAW schafft. Bei der Promotion über das PK NRW erfolgt die Betreuung durch ein Team von Professor*innen des Promotionskollegs. 15 HSHL-Professor*innen sind hier aktuell in verschiedenen Fachgruppen aktiv.  Neben der Möglichkeit über das PK NRW zu promovieren, kann die Promotion über eine kooperative Promotion in Zusammenarbeit mit einer Universität erfolgen.    

Zur Person

Lisa Kieselmann absolvierte ihren Bachelor of Arts in Sozial- und Gesundheitsmanagement sowie ihren MBA im General Management an der SBA Management School der Steinbeis Hochschule berufsbegleitend. Während ihrer Promotion an der HSHL war sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Katholischen Hochschule NRW im Fachbereich Sozialwesen tätig. Seit Abschluss ihrer Dissertation ist Lisa Kieselmann als Projektreferentin beim Diözesan Caritasverband in Paderborn tätig.

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