Wie virtuelle Simulation im pflegerischen Alltag zum Einsatz kommen kann, darüber sprachen Prof. Dr.-Ing. Petra Rolfes-Gehrmann und die wissenschaftliche Mitarbeiterin Katharina Meyer in einem Vortrag am LWL-Klinikum Lippstadt am Montag, 1. Juni 2026. Sie stellten dort einem Fachpublikum aus Pflegeunternehmen die im Digitalen Therapielabor der Hochschule Hamm-Lippstadt (HSHL) entwickelten AR-Anwendungen vor.
Mit ihrer Präventions- und Rehabilitationsanwendung für ältere Menschen zeigen die HSHL-Mitarbeiterinnen, dass immersive Technologien dabei helfen können, gesünder zu altern. Bei den Anwendungen kommen Augmented Reality (AR) und "Gamification" zum Einsatz. Die von Katharina Meyer entworfenen Spiele für die AR-Brille sind darauf ausgelegt, die körperliche und geistige Aktivität zu steigern. Spieler*innen müssen beispielsweise in einer gewissen Zeitspanne möglichst viele virtuelle Seifenblasen mit gezielten Handbewegungen und Schritten im Raum zum Platzen bringen. Der spielerische Ansatz soll die visuellen, kognitiven und motorischen Fähigkeiten bis ins hohe Alter trainieren und so neurologischen Erkrankungen vorbeugen. Getestet und weiterentwickelt wurde das immersive Seifenblasenspiel im Digitalen Therapielabor mit Senior*innen der Fachstelle "Leben im Alter" der Stadt Hamm. Erste Ergebnisse dieser Studie wurden auf der ISG 2026 in Vancouver veröffentlicht. Die Anwendungen kommen bereits in Senioren-Cafés und Gemeinschaften zum Einsatz.
Im Rahmen der Veranstaltung der Wirtschaftsförderung Kreis Soest konnten Rolfes-Gehrmann und Meyer ihre Anwendungen Mitarbeitenden aus Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern und Rehakliniken vorstellen. Die praktische Demonstration stieß nicht nur bei Pflegefachkräften, sondern auch bei Dozent*innen für die Pflegeausbildung auf Anklang. Der Austausch mit den Pflegeschulen soll künftig durch weitere Treffen vertieft werden.