Die IEEE Vehicular Networking Conference (VNC) ist eine der weltweit führenden Veranstaltungen, die innovative Technologien der Fahrzeugkommunikation voranbringen möchte. In diesem Jahr fand sie vom 8. bis 10. Juni in Montreal, Kanada, statt. Auch die Hochschule Hamm-Lippstadt war vertreten, um Forschenden und Fachleuten das Paper "B5GCyberTestV2X Cooperative Perception: A Co-Simulation Framework Bridging Perception and Communication in Autonomous Driving" zu präsentieren.
"In der Arbeit stellen wir einen neu entwickelten Co-Simulationsansatz vor, der Fahrzeug- und Kommunikationssimulation miteinander verbindet, um die Auswirkungen von 5G-V2X-Kommunikation auf die Sicherheit autonomer und vernetzter Fahrzeuge realitätsnah zu untersuchen", erklärt Antonio Santos da Silva, Promovend im Bereich Kooperative Autonome Systeme und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt "B5GCyberTestV2X". Er nahm gemeinsam mit Prof. Dr.-Ing. João Paulo J. da Costa und Giovanni Almeida Santos, ebenfalls wissenschaftlicher Mitarbeiter, an der Konferenz teil.
V2X-Kommunikation ermöglicht es Fahrzeugen, gezielt Informationen mit ihrer Umgebung auszutauschen – indem sie etwa relevante Daten gewinnen und interpretieren, beispielsweise im Hinblick auf Bremsvorgänge, mit Verkehrsinfrastruktur und -teilnehmer*innen oder über Mobilfunknetze für Cloud-basierte Dienste und Navigationsfunktionen. Gleichzeitig gilt: Wie bei jedem vernetzten System kann auch V2X Ziel von Cyberangriffen werden. Genau darauf baut das HSHL-Projekt "B5GCyberTestV2X" auf. Es wurde gemeinsam mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) sowie dem Forschungsinstitut E-LAB der HELLA GmbH & Co. KGaA realisiert und soll künftig als verlässliche Plattform für weitere Forschungsvorhaben und Standardisierungsarbeiten in Wissenschaft und Industrie dienen.
"Das Thema stieß auf großes Interesse, da kooperative Wahrnehmung, V2X-Kommunikation und die Sicherheit autonomer Fahrzeuge aktuell wichtige Forschungsfelder im Bereich intelligenter Mobilität darstellen", resümiert Santos da Silva. Die Ergebnisse zeigten, dass die Leistungsfähigkeit zukünftiger kooperativer Fahrzeugsysteme nicht nur von den eingesetzten Wahrnehmungsalgorithmen, sondern insbesondere auch von den Eigenschaften des Kommunikationsnetzes abhingen. "Die Arbeit verdeutlicht die Bedeutung einer gemeinsamen Betrachtung von Kommunikation und Fahrzeugwahrnehmung für die Entwicklung zukünftiger autonomer Mobilitätssysteme."
Das Paper der HSHL-Angehörigen wird in einem nächsten Schritt in den offiziellen Conference Proceedings veröffentlicht und anschließend über IEEE Xplore verfügbar sein.