Auf der diesjährigen International Conference on Computer Communications and Networks (ICCCN 2026) in Honolulu präsentierte die Hochschule Hamm-Lippstadt (HSHL) zwei aktuelle Forschungsarbeiten zur Kommunikation und Wahrnehmung vernetzter Fahrzeuge. Antonio Santos da Silva vertrat die HSHL vor Ort als korrespondierender Autor und Vortragender beider Beiträge.
"Im Mittelpunkt standen die Themen Cooperative Perception, V2X-Kommunikation und die Frage, wie Sensordaten in zukünftigen autonomen Fahrzeugen effizient über das Kommunikationsnetz ausgetauscht werden können", erklärt Santos da Silva. Bei Cooperative Perception teilen vernetzte Fahrzeuge ihre Wahrnehmungsdaten, um gemeinsam ein umfassenderes Bild ihrer Umgebung zu erhalten.
Lernen, was sich zu senden lohnt
Das erste Paper "Cooperative Perception in Connected Vehicles" zeigt anhand einer gekoppelten Fahrzeug- und 5G-Simulation, dass zu umfangreiche Sensordatenübertragungen das Kommunikationsnetz überlasten und dadurch den Nutzen der kooperativen Wahrnehmung zunichtemachen können. Das zweite Paper "CogniTensor" setzt hier an und entwickelt ein lernendes Verfahren zur intelligenten Auswahl und Komprimierung der zu übertragenden Sensordaten. So konnte der Bandbreitenbedarf um 58 Prozent und die Ressourceneffizienz um 9 Prozent gesteigert werden.
"Die Beiträge verdeutlichen die Bedeutung einer gemeinsamen Betrachtung von Kommunikation und Fahrzeugwahrnehmung. Genau diese Verbindung ist aus unserer Sicht ein wichtiger Baustein für die Entwicklung zukünftiger autonomer Mobilitätssysteme", fasst Santos da Silva zusammen. Beide Beiträge stießen beim internationalen Fachpublikum auf großes Interesse. Besonders diskutiert wurden die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf weitere Szenarien sowie der innovative Ansatz, die Unsicherheit der Fahrzeugwahrnehmung direkt zur Steuerung der Datenübertragung zu nutzen.
Internationale Zusammenarbeit
Eine sichere und zuverlässige Kommunikation zwischen Fahrzeugen, beispielsweise zum Austausch von Informationen über Verkehrssituationen, Hindernisse oder Fahrmanöver, setzt daher nicht auf die Übertragung möglichst vieler Sensordaten, sondern auf deren intelligente Auswahl und effiziente Übertragung, um auch bei begrenzten Netzressourcen eine robuste und kontinuierliche Wahrnehmung des Verkehrsumfelds zu gewährleisten.
Neben Antonio Santos da Silva waren seitens der HSHL am ersten Paper Prof. Dr.-Ing. João Paulo Javidi da Costa, Rafael F. Pinto Barbosa, Giovanni A. Santos, Luis O. de Melo und Daniel A. da Silva beteiligt. Prof. Javidi da Costa ist zudem Ko-Autor des zweiten Beitrags. Die Arbeiten entstanden gemeinsam mit Partner*innen, unter anderem vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT), der Halmstad University, Airbus und verschiedenen brasilianischen Universitäten. Als nächste Schritte ist die Validierung der Ansätze unter realen Echtzeitbedingungen im Fahrzeug vorgesehen.
Beide Beiträge werden in den offiziellen Conference Proceedings veröffentlicht und anschließend über IEEE Xplore verfügbar sein.