Auch in diesem Jahr präsentierten unsere Lehrkräfte für besondere Aufgaben aus dem Bereich Englisch, Dr. Birte Horn und Beatrice Birkhahn, M.A. spannende Forschungsergebnisse auf der Konferenz der International Association of Teachers of English as a Foreign Language (IATEFL) in Brighton, UK.
Im Rahmen einer Posterpräsentation stellte Dr. Birte Horn ihr Projekt "Sustainable engineering solutions: a cross-cultural ESP project" vor, das unter ihrer Leitung gemeinsam von Studierenden der "Mechatronik" und des "Electronic Engineering"-Studiengangs durchgeführt wurde. In internationalen und interdisziplinären Teams entwickelten die Teilnehmenden technische Lösungsansätze für Herausforderungen im Kontext der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen.
Perspektiven erweitern
Das Projekt verband fachliche Inhalte gezielt mit der Förderung interkultureller Kommunikation und kritischen Denkens. Ziel war es, die Studierenden nicht nur technisch zu fordern, sondern sie auch auf die globalen Anforderungen ihrer zukünftigen Berufsfelder vorzubereiten. "Es ist mir besonders wichtig, Studierende aus aller Welt zusammenzubringen und sie gemeinsam über Lösungen nachdenken zu lassen, die ihre Zukunft betreffen", betonte Dr. Horn. Durch die internationale Zusammenarbeit werden Perspektiven erweitert und wichtige Kompetenzen für die Arbeit in globalen Teams vermittelt.
Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts lag auf der Rolle der englischen Sprache im internationalen Berufsalltag. Als Mitglied im Vorstand der "Business English Special Interest Group" (IATEFL BESIG), beschäftigt sich Dr. Horn hier mit aktuellen Entwicklungen im Training von Business English sowohl in der Wirtschaft als auch an Hochschulen.
Grundlage für internationale Zusammenarbeit
Angesichts der fortschreitenden Globalisierung und der zunehmenden Bedeutung von Künstlicher Intelligenz muss sich auch das Sprachtraining im Pre-Service-Bereich ändern. Englisch wird heute im Berufsleben vorausgesetzt, so dass ein Coaching hin zu "Business English as a Lingua Franca" wegweisend ist. Diese Entwicklung ist insbesondere im Hochschulkontext von großer Relevanz, da hier die Grundlagen für die zukünftige internationale Zusammenarbeit gelegt werden.
Auch Beatrice Birkhahn sprach auf der internationalen Konferenz in Brighton über eines ihrer Lehrprojekte: In ihrem Vortrag mit dem Titel "Teaching Intercultural Communication in ESP: Practical Strategies for Global Classrooms" stellte sie ein Lehrkonzept vor, das interkulturelle Kommunikation gezielt in die fachsprachliche Lehre für Studierende der Informatik integriert.
Ausgangspunkt des Projektes war die Beobachtung, dass Kommunikationsprobleme im internationalen Berufsalltag selten durch Grammatik- oder Vokabelfehler entstehen. Häufiger führen unterschiedliche Erwartungen an Ton oder Direktheit zu Schwierigkeiten oder Missverständnissen. So können selbst sprachlich korrekte Nachrichten in internationalen Teams unterschiedlich interpretiert werden – mit potenziell weitreichenden Folgen für Projektabläufe und Zusammenarbeit.
Mehr Bewusstsein für Ton, Kontext und kulturelle Einflussfaktoren
Im Zentrum des vorgestellten Konzepts stand ein dreiwöchiges Lehrprojekt, in dem Studierende in simulierten internationalen IT-Teams arbeiteten. Auf Grundlage etablierter Kulturmodelle analysierten sie mögliche Reibungspunkte in globalen Arbeitskontexten und entwickelten darauf aufbauend konkrete sprachliche Strategien für virtuelle Meetings und E-Mail-Kommunikation.
Der Fokus lag dabei nicht auf kulturellen Stereotypen, sondern auf der Entwicklung eines analytischen Vokabulars und pragmatischer Handlungsfähigkeit. Ziel war es, Studierende zu befähigen, nicht nur zu überlegen "Was möchte ich sagen?", sondern auch "Wie könnte meine Nachricht verstanden werden?". In ihren abschließenden Kommunikationsleitfäden für internationale Projektteams zeigten die Studierenden ein deutlich geschärftes Bewusstsein für Ton, Kontext und kulturelle Einflussfaktoren.
Mit ihrem praxisorientierten Ansatz verdeutlichte Birkhahn, dass interkulturelle Kompetenz kein Zusatzmodul, sondern integraler Bestandteil moderner Fachsprachenvermittlung sein muss. Angesichts zunehmend global vernetzter Arbeitsstrukturen und digitaler Kollaboration bereiten solche Lehrkonzepte Studierende gezielt auf die kommunikativen Anforderungen internationaler Berufsfelder vor. Interkulturelle Sensibilität wird so zu einem Werkzeug für präzisere, reflektiertere und letztlich erfolgreichere berufliche Kommunikation.