Im Rahmen des Moduls "Trainingskonzepte" haben am Donnerstag, 25. Juni 2026 Studierende des sechsten Semesters im Studiengang "Interkulturelle Wirtschaftspsychologie" am Campus Hamm der HSHL ihre Abschlusskonzepte in einem Pitch-Wettbewerb vorgestellt. Von den präsentierten Beispielen überzeugte einer besonders.
Insgesamt zehn Gruppen entwickelten im Vorfeld des Formats auf Basis realer Fallbeispiele des Praxispartners Komm mit Mit Afrika Invest GmbH und unter Berücksichtigung interkultureller Aspekte ihre Beiträge. Dabei wurden zu jedem Beispiel zwei Konzepte vorgestellt, um die unterschiedlichen Herangehensweisen der Studierenden direkt vergleichbar zu machen.
Die Pitches der Teilnehmenden deckten folgende Themen ab: "Interkulturelle Wahrnehmung und Selbstreflexion", "Kommunikation, Vertrauen und Zusammenarbeit", "Konflikt, Macht und Aushandlungsprozesse", "Führung und Zusammenarbeit in multikulturellen Teams" und "Ethik, Verantwortung und nachhaltige Partnerschaften".
Vertrauen als Grundlage erfolgreicher internationaler Kooperationen
Den ersten Platz belegte das Trainingskonzept "Vertrauen vor Vertrag" von Sophie Platte, Miriam Küppers, Sarah Groskurt, Mira Dörenkämper und Leon Priemer aus dem Themenbereich "Kommunikation, Vertrauen und Zusammenarbeit". Die Jury würdigte insbesondere den klaren Praxisbezug, die nachvollziehbare Verbindung wissenschaftlicher Erkenntnisse mit interaktiven Trainingsmethoden sowie den konsequent relationalen Ansatz, der den Aufbau von Vertrauen als Grundlage erfolgreicher internationaler Kooperationen in den Mittelpunkt stellte. Hervorgehoben wurden außerdem die strukturierte Darstellung entlang des PITT-Modells (Problematisierung, Input, Training, Transfer) und die überzeugende Präsentation des Konzepts.
Der zweite Platz ging an Fenja Eloy Eisele, Tim Haushalter, Julian Leveling, Lena Brauckmann-Berger und Janet Leticia Herrera mit einem Trainingskonzept zum Thema "Ethik, Verantwortung und nachhaltige Partnerschaften" mit dem Fallbeispiel "Wissenstransfer oder Wissenshierarchie?". Das Konzept überzeugte durch seine differenzierte Auseinandersetzung mit Fragen bzgl. der relativen Bedeutung von Wissen in anderen Kontexten, der Machtverteilung und einer reflektierten Zusammenarbeit auf Augenhöhe.
Den dritten Platz erreichte der Pitch von Leya Michael, Kimberly Ziegeldorf und Santhuya Vanajanathan zum Themenfeld "Interkulturelle Wahrnehmung und Selbstreflexion" mit dem Fallbeispiel "Die stille Zustimmung". Der Jury gefiel insbesondere die sensible Analyse unterschiedlicher Kommunikations- und Wahrnehmungsmuster sowie der Fokus auf den relationalen Ansatz, der in interkultureller Zusammenarbeit etwas Wertvolles entstehen lassen kann.
Konzepte mit hoher Praxisrelevanz
"Die Studierenden haben eindrucksvoll gezeigt, dass interkulturelle Kompetenz weit über das Wissen über Kulturen hinausgeht. Ihre Trainingskonzepte verbinden wissenschaftliche Fundierung mit hoher Praxisrelevanz und regen dazu an, Zusammenarbeit in internationalen Projekten aus einer relationalen Perspektive neu zu denken", erklärt Claudia Ekwuazi, Lehrkraft für "Training, Business English und Marketing" an der HSHL. Als Anerkennung für ihre Leistungen erhielten die drei bestplatzierten Gruppen Urkunden sowie kleine Sachpreise aus dem Kontext Afrika.
Die Hochschule und die Komm Mit Afrika Invest GmbH haben im April einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Ziel der Zusammenarbeit ist die Förderung praxisorientierter Lehre und die Vertiefung der thematischen Zusammenarbeit im Bereich interkulturelle Kompetenz in internationalen Projekten. Die Komm mit Mit Afrika Invest GmbH ist eine deutsche Beteiligungs- und Netzwerkgesellschaft, die unter anderem Afrika-bezogene Investitionen und Projekte anstößt und koordiniert. Für beide Partner steht dabei der Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis im Mittelpunkt.
"Es braucht Menschen, die zuhören"
"Für erfolgreiche internationale Partnerschaften reicht fachliche Kompetenz allein nicht aus. Es braucht Menschen, die zuhören, unterschiedliche Perspektiven verstehen und gemeinsam Lösungen entwickeln. Die Studierenden haben genau diese Fähigkeiten in ihren Konzepten eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Die Kooperation mit der HSHL zeigt, wie wissenschaftliche Ausbildung und unternehmerische Praxis sich gegenseitig bereichern können", sagt Nelli Soumaoro, CEO der Komm Mit Afrika Invest GmbH.