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Bachelorarbeit untersucht Akzeptanz einer Ausweitung autoarmer Bereiche in Lippstadt

Mehr Platz für Menschen statt Autos? Die Abschlussarbeit von Sefkan Bozan in "BWL" zeigt, unter welchen Voraussetzungen Konsument*innen eine Ausweitung autoarmer Bereiche befürworten.

Wie bewerten Konsument*innen eine Ausweitung autoarmer Bereiche in der Lippstädter Innenstadt? Mit dieser Fragestellung beschäftigte sich Sefkan Bozan, Absolvent des Studiengangs "Betriebswirtschaftslehre", in seiner Bachelorarbeit an der Hochschule Hamm-Lippstadt (HSHL) in Zusammenarbeit mit dem Klimanetzwerk Lippstadt. Die Ergebnisse zeigen: Eine Erweiterung autoarmer Bereiche wird von den Befragten grundsätzlich positiv bewertet – gleichzeitig bestehen klare Erwartungen an Erreichbarkeit und Teilhabe.

"Grundlage der Untersuchung war eine quantitative Online-Befragung, die unter anderem über die Zeitung 'Der Patriot' sowie verschiedene Social-Media-Kanäle verbreitet wurde. Insgesamt nahmen 374 Personen an der Umfrage teil", erklärt Dr. Silke Klemm-Bax, die gemeinsam mit Prof. Dr. Irma Rybnikova, Lehrgebiet "Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Personal und Organisation", die Bachelorarbeit betreut hat.

Überwiegend positives Stimmungsbild

Die Ergebnisse zeichnen ein überwiegend positives Stimmungsbild: Die bereits weitgehend autofreie Fußgängerzone der Lippstädter Innenstadt wird von der Mehrheit der Befragten positiv bewertet. Auch eine mögliche Ausweitung autoarmer Bereiche auf angrenzende Straßen innerhalb des Innenstadtrings stößt auf Zustimmung. Dabei wird unter einer autoarmen Innenstadt die Gewährleistung der Barrierefreiheit für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen sowie die Zufahrt für Liefer-, Rettungs- und Einsatzverkehr verstanden.

Die Teilnehmenden sehen insbesondere Chancen für angenehmere Wege für Fußgänger*innen und Radfahrende, eine höhere Aufenthaltsqualität, ein attraktiveres Stadtbild sowie mehr Verkehrssicherheit. Gleichzeitig macht die Untersuchung deutlich, dass eine mögliche Erweiterung auch Herausforderungen mit sich bringt. Als größte Risiken nennen die Befragten eine eingeschränkte Erreichbarkeit der Innenstadt mit dem Auto – insbesondere für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen – sowie mögliche wirtschaftliche Auswirkungen auf den Einzelhandel.

Erreichbarkeit und Teilhabe sicherstellen

Auch beim Einkaufsverhalten zeigt sich ein differenziertes Bild: "Während rund drei Viertel der Teilnehmenden für den Einkauf von Bekleidung und Geschenken eine autoarme Innenstadt bevorzugen und ein attraktiveres Einkaufserlebnis erwarten, werden für Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs eher Einkaufszentren mit guten Parkmöglichkeiten favorisiert", sagt Sefkan Bozan.

Vor diesem Hintergrund empfiehlt die Bachelorarbeit ein schrittweises Vorgehen. Dazu zählen zunächst die Ausweisung der Poststraße als Fußgängerzone, der Ausbau ausgewählter Fahrradstraßen sowie zusätzliche Park-&-Ride- und Kiss-&-Ride-Angebote am Bahnhof. Ergänzend wünschen sich die Befragten eine bessere Busanbindung in den Abendstunden und an Wochenenden.

Insgesamt zeigt die Untersuchung, dass das Thema polarisiert. Gleichzeitig sehen viele Verbraucher*innen in einer Ausweitung autoarmer Bereiche eine Chance für die Innenstadt – vorausgesetzt, Erreichbarkeit und Teilhabe werden bei der Planung konsequent berücksichtigt.

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