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Forschungsprojekt CleanCheck der Hochschule Hamm-Lippstadt bereitet Markteinführung vor

Mit einer innovativen Lösung für mehr Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten wird aus HSHL-Forschung jetzt ein Start-up: Dilara Cetinkaya gründet die Medcilla GmbH und bringt ihre Entwicklung auf den Markt.

Trotz großer Fortschritte in der Medizin bleiben Infektionserreger eine große Herausforderung für das Gesundheitswesen. Neben bekannten Erregern können auch neu auftretende Infektionen die Sicherheit von Patientinnen und Patienten gefährden. Umso wichtiger sind zuverlässige Hygienekonzepte und die sichere Aufbereitung von Medizinprodukten. Das inzwischen abgeschlossene HSHL-Forschungsvorhaben "CleanCheck Steckbeckenspülgerät" setzte genau hier an und widmete sich der Verbesserung der Hygiene und Sicherheit bei der Aufbereitung von Medizinprodukten.

Im Rahmen des Vorhabens entwickelte Dilara Cetinkaya, HSHL-Absolventin des Studiengangs "Umweltmonitoring und forensische Chemie", eine einfache, zuverlässige und praxistaugliche Lösung zur sicheren und effizienten Überprüfung der Reinigungsleistung von Reinigungs- und Desinfektionsgeräten für Steckbecken (RDG-S). Steckbecken werden umgangssprachlich oft auch Bettpfannen genannt und kommen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sehr häufig zum Einsatz. Aus der Forschungsarbeit zu diesem relevanten Thema wird nun mehr: Dilara Cetinkaya gründet ihr eigenes Unternehmen, die Medcilla GmbH, und führt ihre Entwicklung aus dem Forschungsprojekt in die Praxis und auf den Markt.

Eine Idee wird Lösung für die Praxis

"Für mich ist die Ausgründung ein ganz besonderer Schritt. Als Absolventin der HSHL an einem Forschungsprojekt mitzuwirken und nun aus dieser Entwicklung ein eigenes Unternehmen entstehen zu sehen, macht mich sehr stolz. Es zeigt, dass aus einer guten Forschungsidee tatsächlich eine Lösung für die Praxis werden kann", sagt Cetinkaya.

Prof. Dr. Claudia Klümper, Leiterin des Masterstudiengangs "Umwelt- und Gefahrstoffanalytik", die Frau Cetinkaya während des Forschungsprojekts betreut und begleitet hat, unterstreicht: "Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, wie anwendungsnahe Forschungsförderungen wichtige Wertschöpfungen und Innovationen eröffnen und den Gesundheitsbereich voranbringen." Hochschulpräsidentin Prof. Dr.-Ing. Kira Kastell ergänzt: "Das Beispiel von Frau Cetinkaya verdeutlicht, welches Potenzial die HSHL als Ort der Bildung und Innovation bietet: Junge Menschen können hier ihre Ideen entwickeln, Kenntnisse und Fähigkeiten erlangen, um so den Grundstein für erfolgreiche Gründungen zu legen."

CleanCheck Steckbeckenspülgerät wurde im Rahmen des EFRE/JTF-Programms NRW 2021–2027 aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und des Landes Nordrhein-Westfalen über die Fördermaßnahme "Start-up Transfer.NRW" gefördert.

CleanCheck: Mehr Sicherheit bei der Aufbereitung von Medizinprodukten

Das Ziel des Projekts CleanCheck Steckbeckenspülgerät war die Entwicklung eines Testkits zur qualitativen Überprüfung der Reinigungsleistung von Reinigungs- und Desinfektionsgeräten (RDG-S).  Das Test Kit vereint eine standardisierte Prüfanschmutzung mit einer darauf abgestimmten Nachweismethode. Über den integrierten QR-Code kann anschließend ein digitaler Prüfbericht erstellt und die Prüfung unkompliziert dokumentiert werden.

Bei der Versorgung bettlägeriger und pflegebedürftiger Menschen sind Steckbecken ein wichtiger Bestandteil des Pflegealltags. Sie kommen zum Einsatz, wenn Menschen die Toilette nicht selbstständig aufsuchen können, und ermöglichen den Toilettengang direkt am Bett. Besonders in Krankenhäusern sowie in Pflege- und Senioreneinrichtungen werden Steckbecken täglich verwendet. Nach der Benutzung werden sie direkt vor Ort in RDG-S hygienisch aufbereitet und für die nächste Verwendung vorbereitet. Die regelmäßige Überprüfung der Reinigungsleistung ist entscheidend für die hygienische Sicherheit von Patient*innen und Pflegepersonal. Gleichzeitig sind die Prüfungen mit Zeit-, Personal- und Kostenaufwand verbunden.

Die Anforderungen und Bedürfnisse der Anwender*innen in den medizinischen Einrichtungen standen beim Projekt CleanCheck von Beginn an im Mittelpunkt. "Entstehen sollte eine praxistaugliche Lösung, die eine sichere und effiziente Überprüfung der Reinigungsleistung ermöglicht. Angesichts des zunehmenden Kostendrucks im Gesundheitswesen und des wachsenden Personalmangels gewinnt die Entwicklung praxistauglicher und effizienter Lösungen daher weiter an Bedeutung", sagt Cetinkaya.

So geht es jetzt weiter

Mit der Gründung der Medcilla GmbH im September 2026 mit Sitz im green health LAB in Bochum geht das Produkt CleanCheck Steckbeckenspülgerät den nächsten Schritt. Im Fokus stehen nun die weitere Entwicklung des Testkits und die Markteinführung. Dabei soll die Lösung gemeinsam mit Anwender*innen aus dem Gesundheitswesen weiter für den praktischen Einsatz optimiert werden.

"Mit der Ausgründung bringen wir CleanCheck-Steckbeckenspülgerät nun aus der Forschung in die Praxis. Unser Ziel ist es, eine einfache und effiziente Lösung zu schaffen, die die Qualitätssicherung im Alltag medizinischer Einrichtungen unterstützt", sagt Dilara Cetinkaya.

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